19.2.09

O2 baut drei Mobilfunkantennen ab

Erste Schritte sind getan
BI fordert: Direktor Thomas Maus soll sein Wort halten

Ein Aufatmen ging durch die Reihen der Mitglieder der Initiative mobilfunksenderfreie Wohngebiete in Schlüchtern, als am 12. und 13. Februar 3 Masten des Betreibers O2 vom Dach der Kreissparkasse abgebaut wurden. „Erste Erfolge unseres jahrelangen Kampfes wurden sichtbar“, freute sich die Vorsitzende der Initiative, Frau Christiane Euler. Der Abbau erfolgte, weil der Mietvertrag dieser Tage abläuft. Aber es müsse jetzt zügig weitergehen. Völlig indiskutabel seien die Laufzeiten der anderen Verträge, die bis ins Jahr 2019 hineinreichen.

Die Voraussetzungen für den baldigen Abbau habe die Stadtverordnetenversammlung mit dem Beschluss über die Entwicklung eines neuen, strahlungsarmen Standortkonzepts geschaffen. Die beauftragte Firma, EMF-Institut Dipl.-Phys.Dr. Niessen, Fachinstitut für Elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, habe das Konzept im Januar Bürgermeister, Magistratsmitgliedern, Franktionsvorsitzenden, Bauamtsvertretern und Mitgliedern der Initiative, vorgestellt. Nach dem ersten Eindruck, so die Einschätzung von Christiane Euler, schien das Konzept von allen als plausibel und umsetzbar akzeptiert zu werden. Jetzt komme es darauf an, dass keine weiteren Verzögerungen hingenommen werden und Magistrat und Stadtverordnetenversammlung die konkrete Umsetzung beschließen. „Es geht ganz gewiss nicht darum, die Kreissparkasse unter Druck zu setzen und zu nötigen,“ betonte Christiane Euler, es gehe ausschließlich darum, eine weitere Gesundheitsgefährdung für die Schlüchterner Bürger abzuwenden und besonders schutzbedürftige Gruppen wie die ca.3000 Schülerinnen und Schüler und die Kindergartenkinder vor weiterer krankmachender Bestrahlung zu bewahren. Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Herr Thomas Maus, sei jetzt gefordert. Er habe zugesagt, dass alle Antennen abgebaut werden, wenn alternative Standorte ausgewiesen seien. Diesem Ziel sei die Stadt Schlüchtern jetzt ein großes Stück nähergekommen. Deshalb erwarte man von Herrn Maus, dass er „sein Wort hält“.

Es ergebe „überhaupt keinen Sinn“ und es wäre eine „Verschleuderung von Steuermitteln“, wenn die Stadt Schlüchtern Geld für die Erstellung des Standortkonzepts ausgebe, ohne weitere Schritte zu unternehmen, dass das Konzept jetzt auch greifen kann. Immer wieder unterstreicht Christiane Euler, dass das jetzt vorgestellte strahlungsarme Mobilfunkkonzept zwei zentrale Ziele realisieren soll: Zum einen und ersten sollen die Menschen der Bergwinkelstadt vor der krankmachenden Strahlung geschützt werden. Zum anderen soll das Konzept auch einen technisch einwandfreien Empfang gewährleisten.

Die Bürgerinitiative appelliert an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, nicht „vorschnell und unüberlegt“ Mietverträge mit den Betreibern abzuschließen. Es sei „völlig kontraproduktiv“, wenn einzelne Betreiber ihre Masten vom Dach der Kreissparkasse abbauen und sie ein paar Dächer weiter neu installieren. Im Übrigen trage der Hauseigentümer, der Mobilfunksendemasten auf seinem Haus installieren lässt, die ganze Verantwortung für mögliche gesundheitliche Schäden. Die Betreiber seien nicht entsprechend versichert, sondern das unkalkulierbare Risiko Mobilfunk trage allein der Hausbesitzer.

Die Bürgerinitiative weist immer wieder auf beispielgebende Entscheidungen benachbarter Länder hin. So gebe es sowohl in Österreich wie auch in Frankreich Gesetzesinitiativen, die vor allem anderen auf den Schutz der Kinder abzielen. In diesem Zusammenhang erinnert die Bürgerinitiative auch an die deutlich niedrigeren Grenzwerte in europäischen Nachbarländern. Das jüngste Beispiel ist die radikale Grenzwertsenkung in Brüssel und Region. Der Gerichtshof legt das Vorsorgeprinzip unverrückbar fest.

Keine Kommentare: